Willkommen auf dem Blog der Praxis Steinberg!

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Hier informieren wir Sie über interessante Fälle.

Viel Spaß dabei!

Freitag, 26. April 2013

Schöne Oster-Überraschung



Tiefe Kopfverletzung

Am Ostersonntag im Morgengrauen passierte es und der 13 jährige Wallach fügte sich in seiner Box eine große und tiefe Rissverletzung unter seinem linken Auge zu. 
Ein in der Box offensichtlich verletzungsträchtiger Gegenstand konnte nicht ausgemacht werden.
Unser 24 - Stunden Bereitschaftsdienst sowohl an Wochenenden als auch an Feiertagen gewährleistete dem verletzten Wallach eine zügige Behandlung.
Nach Ankunft und Untersuchung des Allgemeinzustandes wurde als erstes ein Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht, um die Schmerzen zu lindern und die Verletzung des Patienten in Ruhe und ohne unnötigen Stress untersuchen zu können.
Es war offensichtlich: die Wunde musste genäht werden. Und nicht nur die Haut war durchtrennt, sondern auch die Muskulatur. Haare und Schmutzpartikel verunreinigten bereits die Wunde bis auf den Jochbeinknochen.
Sogleich wurde die Wundversorgung in Angriff genommen. Die umgebende Haut wurde dafür zunächst rasiert und gereinigt. Die Wundfläche selbst wurde mit einer desinfizierenden Lösung aufwendig gespült und die Härchen mittels Pinzette entfernt. Dies vermindert das Auftreten von Wundheilungsstörungen durch Infektionen erheblich.

Abbildung 1: Verletzung nach Rasur und erster Reinigung


Es folgte eine Lokalanästhesie, um zu verhindern, dass der Wallach die Einstiche der Nadel spürt und damit einhergehende Abwehrreaktionen den chirurgischen Eingriff am stehenden Pferd in unmittelbarer Nähe des Auges noch schwieriger und risikoreicher gestaltet.
Mittels eines resorbierbaren Fadens wurde als erstes die Muskelschicht genäht. Zwischenspülungen sorgten stets für eine möglichst saubere und sterile Wundfläche.

 
Abbildung 2: Muskelnaht


Durch die penible Arbeitsweise konnte auf eine Drainage verzichtet werden. Damit sinkt das Risiko, dass sich ein unschöner Narbenwulst bildet. Die Wundränder wurden mittels Hautnaht vollständig adaptiert.
Als Schutz der frischen Naht kamen eine Wundauflage, ein Pflaster und zusätzlich ein Kopfverband zum Einsatz.

Abbildung 3: Kopfverband nach abgeschlossener Hautnaht


Die nächsten Tage bekam der Wallach Schmerzmittel und eine Antibiose. Der Verband wurde nach 2 Tagen gewechselt.
Die Heilung verlief völlig komplikationslos. Weder infizierte sich die Wunde, noch juckte ihn die Naht, wodurch sich Pferde gerne scheuern. 

Glück im Unglück: Wir konnten verhindern, dass der hübsche Wallach durch die Kopfverletzung dauerhaft entstellt wird.




Abbildung 4: Hautnaht nach 1 Woche

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Friert mein Pferd im Winter?


http://blog.equinatur.de/2012/11/13/friert-meine-pferd-im-winter/

Von Steppen- und Höhlenbewohnern

http://blog.equinatur.de/2012/11/15/von-steppen-und-hohlenbewohnern/

Fremdkörper in Wunde am Kronrand

Ein fuchsfarbener Quarter-Wallach wurde uns mit einer eitrigen Kronsaumwunde von ca. 2 cm Länge am linken Hinterbein vorgestellt.
Die Kronsaumverletzung wurde gereinigt, gespült und verbunden. Der Wallach zeigte keine Lahmheit. Jedoch erbrachte die antibiotische Behandlung nach Antibiogramm keine Besserung. Daraufhin wurde der Wallach in unsere Klinik zur weiteren Diagnostik eingewiesen.
Auf den angefertigten Röntgenbildern konnte kein Befund festgestellt werden. Erst bei der sonographischen Untersuchung zeigte sich ein hochechogener Bereich im Unterhautbindegewebe.
Dieser hochechogene Bereich im Ultraschall legte den Verdachte nahe, dass es sich um einen Fremdköper handelt.











Abbildung 1: Ultraschallbild des Fremdkörpers


Das Hufgelenk war erfreulicherweise nicht betroffen, da der Fremdkörper die Hufgelenkskapsel nicht perforierte. Dies wurde durch eine Punktion des Hufgelenkes ausgeschlossen.
Der Fremdkörper wurde daraufhin unter Ultraschallkontrolle mittels Sonde in seiner Position genau bestimmt und chirurgisch entfernt. Bei dem Fremdkörper handelte es sich um ein ca. 2 x 0,4 cm großes Holzstück.












Abbildung 2: Eintrittsstelle (orangener Pfeil) und Lokalisation (gelber Pfeil) des Fremdkörpers unter der Haut













Abbildung 3: das entfernte Holzstück


Nach geglückter Entfernung des Holzstückes wurde ein Verband angelegt. Die Antibiose wurde noch zwei Tage weitergeführt.
Nach bereits drei Tagen verheilte die Wunde vollständig und beschwerdefrei.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Wundheilungsstörung - seit drei Jahren

Diese junge Stute erlitt als 2-jährige eine schwere Verletzung dorsal am linken Sprunggelenk. Mehrere cm dickes Bindegewebe mit einer Struktur wie Speck hat sich gebildet. Haare wuchern miiten aus der Wunde heraus. Es ist keinerlei Gewebselastizität vorhanden - quer verläuft ein Bewegungsriß mehrere cm tief.
Tiefe Kürettage des veränderten Gewebes.
Danach Behandlung mit Lotagenlösung und tägliche Laserbehandlung über mehrere Wochen.

EOTRH Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis


Diesem Wallach wurden bereits 2 Schneidezähne wegen EOTRH gezogen. Bei dieser Krankheit der Zahnwurzeln löst sich aufgrund vermehrter Odontoclastentätigkeit die Zahnsubstanz auf und wird durch Zahnzement aufgefüllt. Bakterien wandern in die brüchige Wurzel ein. Die betroffenen Pferde haben Schmerzen beim Beißen harter Futtermittel wie Möhren und Brot. Das Zahnfleisch um die Wurzeln entzündet sich, weicht zurück, die Zahnhälse liegen frei. Eiterbläschen, Zahnstein, Paradontose, Futterreste in den Zahnzwischenräumen sind die Folge. Die Zähne lockern sich und müssen entfernt werden. Häufig in vielen kleinen Teilstücken. Bei früher Diagnose lassen sich die Zähne durch Fütterung von Equisano-Pilzen retten.