Tiefe Kopfverletzung
Am Ostersonntag im Morgengrauen passierte es und der 13 jährige Wallach fügte sich in seiner Box eine große und tiefe Rissverletzung unter seinem linken Auge zu.
Ein in der Box offensichtlich verletzungsträchtiger Gegenstand konnte nicht ausgemacht werden.
Unser 24 - Stunden Bereitschaftsdienst sowohl an Wochenenden als auch an Feiertagen gewährleistete dem verletzten Wallach eine zügige Behandlung.
Nach Ankunft und Untersuchung des Allgemeinzustandes wurde als erstes ein Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht, um die Schmerzen zu lindern und die Verletzung des Patienten in Ruhe und ohne unnötigen Stress untersuchen zu können.
Es war offensichtlich: die Wunde musste genäht werden. Und nicht nur die Haut war durchtrennt, sondern auch die Muskulatur. Haare und Schmutzpartikel verunreinigten bereits die Wunde bis auf den Jochbeinknochen.
Sogleich wurde die Wundversorgung in Angriff genommen. Die umgebende Haut wurde dafür zunächst rasiert und gereinigt. Die Wundfläche selbst wurde mit einer desinfizierenden Lösung aufwendig gespült und die Härchen mittels Pinzette entfernt. Dies vermindert das Auftreten von Wundheilungsstörungen durch Infektionen erheblich.
Abbildung 1: Verletzung nach Rasur und erster Reinigung
Es folgte eine Lokalanästhesie, um zu verhindern, dass der Wallach die Einstiche der Nadel spürt und damit einhergehende Abwehrreaktionen den chirurgischen Eingriff am stehenden Pferd in unmittelbarer Nähe des Auges noch schwieriger und risikoreicher gestaltet.
Mittels eines resorbierbaren Fadens wurde als erstes die Muskelschicht genäht. Zwischenspülungen sorgten stets für eine möglichst saubere und sterile Wundfläche.
Abbildung 2: Muskelnaht
Durch die penible Arbeitsweise konnte auf eine Drainage verzichtet werden. Damit sinkt das Risiko, dass sich ein unschöner Narbenwulst bildet. Die Wundränder wurden mittels Hautnaht vollständig adaptiert.
Als Schutz der frischen Naht kamen eine Wundauflage, ein Pflaster und zusätzlich ein Kopfverband zum Einsatz.
Abbildung 3: Kopfverband nach abgeschlossener Hautnaht
Die nächsten Tage bekam der Wallach Schmerzmittel und eine Antibiose. Der Verband wurde nach 2 Tagen gewechselt.
Die Heilung verlief völlig komplikationslos. Weder infizierte sich die Wunde, noch juckte ihn die Naht, wodurch sich Pferde gerne scheuern.
Glück im Unglück: Wir konnten verhindern, dass der hübsche Wallach durch die Kopfverletzung dauerhaft entstellt wird.
Abbildung 4: Hautnaht nach 1 Woche










